Arbeitgeber - Arbeitnehmer. Wer nimmt, wer gibt?

Prof. Dr. Heinz-J. Bontrup im Gespräch mit dem freien Journalisten Ken Jebsen

 

"Die Transformation einer von der Schwerindustrie der Steinkohle, des Stahls, der Chemie und ihrer Derivate geprägten Volkswirtschaft, die es insbesondere aufgrund der Komplexität von Abläufen und Prozessen sowie aufgrund der stetig wachsenden Bedarfe an Wissenstransfer und Wissensoptimierung, zu einem ordentlichen Teil versäumte die Dynamik der Globalisierungsentwicklung und ihrer Folgen als gegebene mathematische Größe zu erkennen, stattdessen weiterhin längst vergangenen Pionierleistungen und Prägungen nachtrauert, nötigt die Neuformulierung modernen Governments und sozioökonomischer Modelle ab. Bildung, Forschung, Entwicklung, Produktion und Handel bedürfen einer Definitionsrenaissance und der Feinjustierung von Prioritäten, die sich zweifelsohne auch auf die künftige Lenkung von Unternehmen auswirken wird.

Die globale Wirtschaft verändert sich. Der Handel ist enger geworden und zeitgleich intensiv vernetzt. Güterproduktionen und Dienstleistungen werden digitalisiert. Berufs- und Unternehmenszweige verschwinden, neue entstehen, Bedarfe werden überdacht. Soziale Vereinbarkeiten und der Umweltschutz verteidigen ihren Platz in der strategischen Ausrichtung der Unternehmen. Nicht mehr gegenseitige Konkurrenz wird zur Triebfeder einer modernen Unternehmensführung, sondern Synergien und Koalitionen. Zentralistische Hierarchiestrukturen und zweidimensionale Denkmuster werden von der 4. Industriellen Revolution genauso reformiert, wie das HR System in all seinen Facetten. DieFrage ist, ob die uns vertraute Realwirtschaft und die öffentlichen Dienstleister und Aufsichten verstanden haben, dass sie sich gerade im wirtschaftlichen und soziopolitischen Mesozoikum befinden…am Schnittpunkt zwischen Dinosaurier und Säugetiere!"

So oder ähnlich modern und visionär könnte das Statement eines ThinkTank klingen, der beauftragt wurde, ein neues und postdemokratisches gesellschaftliches Zukunftsmodell zu formulieren. Die Kraft der Semantik unterdrückt jedweden Kritikwunsch, Plausibilitäten und Abhängigkeiten zu hinterfragen!    

(Pan Pawlakudis)